Firmengesichte von OTTO Buer GmbH & Co KG.

Glocken- und Kunstgießerei F. OTTO in Hemelingen, gegründet am 14. Mai 1884. Bis zum ersten Weltkrieg wurden in Hemelingen 3134 Glocken mit einem Gesamtgewicht von 2,5 Millionen kg gegossen. Schon 1884 wurde ein 32-stimmiges Glockenspiel für Hamburg-Wandsbek hergestellt. Zu den außerordentlichen Geläuten gehörte auch das 1897 für die im Paderborner Dom gelieferten Glocken mit der Tonfolge G-b‘-c‘-d‘-es‘-f‘-g‘, mit einem Gesamtgewicht von 17994 kg. Nachfragen aus dem Ausland führten unter anderem zur Lieferung eines Dreiergeläutes nach Trinan-Fu in China. Auch Jerusalem erhielt im Jahr 1909 ein Vierergeläut mit der Tonfolge cis‘-e‘-fis‘-gis‘, die große Glocke wiegt 2327 kg.


Nach dem ersten Krieg wurden im Zeitraum von 1919 – 1925 insgesamt 1086 Glocken mit einem Gesamtgewicht von 850 Tonnen gegossen. Große Geläute in dieser Zeit sind zum Beispiel Saarbrücken B-des‘-es‘-as‘. Die 1928 in Breslau eingerichtete Filialgießerei musste 1933 wegen Materialknappheit wieder geschlossen werden. Von den in dieser Zeit entstandenen Großgeläuten seien nur erwähnt das B-des‘-es‘-f‘-as‘ für Saarbrücken, das Gis-h‘-cis‘-e‘ mit 14 Tonnen für die Herz-Jesu-Kirche in Koblenz, und der als besondere Auszeichnung empfundene Auftrag für die drei über 11 Tonnen schweren Glocken für den Bremer Dom.


Nach dem 2. Weltkrieg ist die Glockengießerei im Jahr 1950 wieder voll einsatzbereit und kann dies 1951 mit einer großen Aufgabe, dem Guss des Trierer Dom Geläuts, mit einem Gewicht von 25 Tonnen, unter Beweis stellen. 1950 wurde auf Grund des großen Bedarfs an Läuteglocken in dem damals noch nicht zur Bundesrepublik gehörenden Saarlandes eine Filialgießerei in Saarlouis eingerichtet. Diese wurde maßgeblich von Friedrich OTTO geführt. Schon im Jahr 1953 wurde eine Gussleistung von 88 Tonnen erreicht. Ein ganz erstaunliches Ergebnis, das bereits im Folgejahr mit 95 Tonnen Glockengewicht sogar noch übertroffen wurde. Man war stolz auf die „Glocken von der Saar“. Rund 160 Glocken wurden in den ersten zwei Jahren gegossen.
Im Jahr 1973 beginnt die Arbeit in einem von Friedrich und Joachim OTTO gegründeten Servicebetrieb in Melle-Buer bei Osnabrück. Aus dem Servicebetrieb entwickelte sich schnell ein Produktionsbetrieb für die Entwicklung und Herstellung von Glockenspielen sowie deren elektronischer Steuerung und Turmuhrenanlagen. Auch die Restaurierung von historischen mechanischen Uhrwerken gehörte zunehmend zum Aufgabenbereich.

Im Jahr 1991 wurde der Firmensitz in die Hafenstadt Neustadt in Holstein an der Ostsee verlegt. Heute sind wir in unseren Arbeits- und Büroräumen im Gewerbegebiet Holmer Weg 8 in Neustadt zu finden. Unser Erkennungsmerkmal in Neustadt ist ein Glockenspiel zu dem auch ein kleines Uhrenmuseum gehört.

Hier gelingt es im Jahr 2010 die alte erfolgreiche OTTO-Rippe (Konstruktionsform einer Glocke) zu digitalisieren. Seit dieser Zeit werden OTTO-Glocken in alter Tradition für uns und nach unseren Vorgaben gegossen.

Heute ist die Firma OTTO-BUER ein modernes Familienunternehmen, das von Joachim und Sebastian OTTO in alter Tradition geführt wird. Die erforderliche Flexibilität in der Umsetzung von gegebenen Aufgaben und Anpassung an die Bedürfnisse unserer Kundschaft im In- und Ausland zeichnet uns aus.

Nicht nur Läuteglockenanlagen, Glockenspiele, Carillons und Turmuhrenanlagen, sondern auch vermehrt Sonderkonstruktionen wie Miniatur- und Porzellanglockenspiele, Figurenumläufe, Werbe- und Nebenuhrenanlagen werden von uns entwickelt, hergestellt und betreut. Vor allem der Denkmalschutz spielt in unseren täglichen Arbeitsabläufen eine überaus große Rolle.

Weiterhin konzentrieren wir uns auf folgende Arbeitsgebiete:
  • Restaurierung im Sinne desDenkmalschutzesvon Zifferblättern für Kirchturmuhren und Turmbekrönungen sowie von wertvollen historischen Uhrwerken gilt vermehrt unsere Aufmerksamkeit
  • Vergoldungsarbeiten stellen einen immer größeren Anteil unserer Leistung dar
  • Glockenstühle und Armaturen fertigen wir nach den Vorgaben des Beratungsausschusses für das deutsche Glockenwesen in der Regel aus Eichenholz
  • Gegenpendelanlangen zur Beseitigung dynamischer Probleme von Glockentürmen gehören in unser Programm